• Wenn Geschwister ständig streiten

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    Ständig streitende Geschwister können auch die Eltern so richtig Nerven. Was tun, wenn dauernd die Fetzen fliegen?

    Streit gibt Gelegenheit zum Lernen

    CIMG8107Kinder streiten sich. Sie streiten selbst dann, wenn sie eigentlich die besten Freunde sind. In den meisten Familien läuft es so, dass die Geschwister zeitweise innig miteinander spielen und bisweilen heftig aneinandergeraten. Geschwister teilen sich nun einmal einen sehr engen Lebensraum inklusive derselben Eltern, sie reiben sich zwangsläufig aneinander. Der Streit bietet ihnen vor allem Chancen, dazu zu lernen, wenn die Eltern richtig reagieren und ein gutes Vorbild abgeben: Ein intensiveres Trainingsfeld als die eigene Familie bieten weder Kindergarten noch Schule, hier werden die Grundfeste des sozialen Verhaltens gelegt.

    Wie können Eltern Frieden stiften?

    Wenn Sie als Friedensstifter zwischen ihren Kindern agieren, dann geben Sie sorgfältig acht, dass Sie Schuldzuweisungen vermeiden. Dies gilt vor allem dann, wenn Sie gar  nicht selbst gesehen haben, wie der Geschwisterstreit begonnen hat. Nehmen Sie Ihren Kindern nicht die Auflösung der Streitigkeiten ab und vermeiden Sie es, ein Kind (permanent) als Verursacher des Problems zu benennen. Auf diese Weise entfachen Sie wahrscheinlich Eifersucht und damit noch mehr Wut. Arbeiten Sie möglichst nicht mit Bestrafungen und schimpfen Sie so wenig wie möglich, sondern zeigen Sie Ihren Kindern einen konstruktiven Weg aus dem Dilemma.

    Was tun bei Streit zwischen Geschwistern?

    Stellen Sie den Kindern Fragen, erforschen Sie die Ursachen des Streits. Und dann fragen Sie weiter, wie sich die Kleinen die Lösung des Problems vorstellen. Versuchen Sie, gemeinsam mit den Streithähnen einen Kompromiss zu finden, dem die Kinder zustimmen können. Anhand der gemeinsamen Suche nach einer gütlichen Einigung werden Ihre Kinder eine friedliche Konfliktlösung erlernen. Natürlich lernen sie nicht von heute auf morgen, sich selbstständig zu einigen, aber ganz allmählich werden die Streithähne auf Friedensengel Mama (oder Papa) verzichten können.

    Vertragen ist viel schöner als streiten

    Eine kleine Versöhnungszeremonie am Ende eines Streits, in der die Kinder wieder freiwillig aufeinander zugehen, hat sich als hilfreich erwiesen. Dabei kann es sich zum Beispiel um eine kurze Umarmung oder ein Händeschütteln handeln. Fragen Sie die Geschwister zum Abschluss der Friedensverhandlungen einfach, ob sie sich nun wieder vertragen und miteinander spielen möchten. Dann schlagen Sie die Versöhnungsgeste vor. Allerdings sollte ein solcher Friedensschluss nie von elterlicher Seite erzwungen werden – lassen Sie den zerstrittenen Parteien im Zweifelsfall lieber etwas Zeit, um getrennt voneinander auf Versöhnungstemperatur abzukühlen.

    Vormachen ist besser als viel zu reden

    Wie immer in der Erziehungsarbeit ist das elterliche Vorbild viel einprägsamer als langes Gerede: Eskalierende Streitigkeiten zwischen den Eltern besitzen eben auch Vorbildfunktion. Wenn Sie selbst noch keine gute Streitkultur pflegen, dann arbeiten Sie besser an diesem Schwachpunkt, im Notfall hilft ein Kommunikationskurs oder eine Partnertherapie. Finden Sie einen Weg heraus aus der eigenen Streitfalle – und zeigen Sie sich kompromissbereit.


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