• Trennung auf Zeit: Eine Prüfung für die Partnerschaft

    image_print

     

    Eine Trennung auf Zeit sollte gut geplant sein, damit diese Phase zu einer vernünftigen Entscheidungsfindung genutzt werden kann.

    6b10ae9f.mWenn es in einer Partnerschaft Differenzen gibt, das endgültige Ende aber noch nicht proklamiert werden soll, dann empfiehlt sich eventuell eine Trennung auf Zeit. Doch damit die vorübergehende Trennung als Phase der Entscheidungsfindung überhaupt gelingen kann, ist eine gute Vorausplanung vonnöten. Vor allem sollten die beiden Partner ausführlich die Bedingungen für die Trennung auf Zeit besprechen und schriftlich festlegen. Wenn die Kommunikation darüber nicht gelingt, dann ist es ratsam, zu diesem Gespräch eine vermittelnde Vertrauensperson heranzuziehen.

    Praktische Bedingungen für die Trennung auf Zeit

    Gerade die Thematik „Probleme in der Partnerschaft“ ist sehr emotional belastet, sodass in der Diskussion über eine vorübergehende, räumliche Trennung oft die ganz praktischen Rahmenbedingungen vernachlässigt werden. Dabei ist es äußerst wichtig, beispielsweise die finanziellen Konditionen der Trennung auf Zeit gründlich zu besprechen. Denn es ist kaum möglich, dass zwei getrennte Partner in derselben Wohnung verbleiben und weiterhin einen gemeinsamen Haushalt führen. Wer wird also ausziehen? Wie werden die entstehenden Unkosten verteilt? Dabei muss nicht nur an eine eventuelle doppelte Miete gedacht werden, sondern auch an die aus dem Auszug resultierenden Nebenkosten. Fallen für den Umzug Kosten an? Muss einer der Partner einen weiteren Weg zur Arbeitsstelle in Kauf nehmen und entstehen dadurch Unkosten? Sollten gemeinsame Kinder vorhanden sein, dann müssen Besuchszeiten abgesprochen und eventuell die Betreuung neu organisiert werden.

    Weitere Konditionen für die vorübergehende Trennung

    Auch der Umgang mit dem anderen Geschlecht während der Trennung auf Zeit sollte vorher abgesprochen werden. Sind Flirts erlaubt? Ist Geschlechtsverkehr mit anderen Partnern erwünscht? Oder sollte besser Abstinenz geübt werden, um die weiteren Gefühlsverletzungen vorzubeugen? Klar sollte dabei sein: Was für den einen gilt, das gilt für den anderen auch. Wenn sich einer der Partner gegen sexuelle Fremdkontakte ausspricht, dann sollten beide darauf verzichten. Auch der Kontakt untereinander muss im Voraus geregelt werden. Möchte man sich regelmäßig treffen, zum Beispiel einmal in der Woche zu einem gemeinsamen Abendessen? Oder soll der Kontakt vollständig unterbrochen werden? Sind Telefonate und E-Mails erwünscht und wenn ja, wie häufig?

    Auf alles gefasst sein

    Oft werden große Hoffnungen in eine Trennung auf Zeit gesetzt. Die Chance auf einen kompletten Neuanfang wird in vielen Fällen herbeigesehnt. Leider ist die vorübergehende Trennung kein Allheilmittel. Am Ende dieser Phase stand so mancher schon dem plötzlich aufgetauchten, neuen Partner seiner alten Liebe gegenüber und fiel dabei aus allen Wolken. Doch selbst dann, wenn beide Partner sich für einen gemeinsamen Neustart entscheiden, können nach kurzer Zeit wieder die alten, nervenden Verhaltensmuster auftauchen. Ein neuer Streit bahnt sich dann an.

    Ausführliches, klärendes Abschlussgespräch

    Wenn beide Partner sich im Anschluss an die Trennungsphase einen Neubeginn wünschen, dann ist es ratsam, ein zweites, ausführliches Gespräch miteinander zu suchen. Auch hier ist die Anwesenheit einer vermittelnden Vertrauensperson zu empfehlen, die gemeinsam mit dem Paar die guten Vorsätze für die Weiterführung der Beziehung schriftlich festhält. In einigen Fällen kann bei Fortführung der Beziehung mit Einverständnis beider Partner eine räumliche Trennung beibehalten werden. Wem dem auch sei: Die sachliche Kommunikation darf auch in den folgenden Monaten und Jahren niemals abreißen, wobei immer wieder auf die gemeinsam erarbeiteten Grundsätze der Beziehung zurückgegriffen werden sollte. Denn eine gute Kommunikation ist die beste Basis für eine dauerhaft glückliche Partnerschaft.

Comments are closed.