Die erste Zeit mit dem Baby

 

Die Schwangerschaft ist bereits eine anstrengende Zeit, die allerdings auch mit viel Vorfreude verbunden ist: Wie wird es wohl sein, das neue Familienmitglied? Ist das Kind endlich geboren, beginnt ein völlig neues Kapitel in der Familiengeschichte, das oftmals mit unerwarteten Schwierigkeiten verbunden ist. Viele Eltern werden von dem kleinen Wesen bald schon an ihre Grenzen gebracht, denn sie sind Tag und Nacht gefordert.

CIMG5888In den Tagen nach der Geburt: kein unnötiger Stress

Frischgebackene Eltern sollten sich am besten in den allerersten Wochen nach der Geburt möglichst wenig vornehmen. Durchforsten Sie Ihren Terminkalender nach allen Terminen, die man streichen kann, oder die sich verlegen lassen. Nehmen Sie sich so viel Zeit wie möglich für ein entspanntes gegenseitiges Kennenlernen mit dem Säugling. Leider ist es nicht immer machbar, das der Vater sich zwei bis drei Wochen frei nimmt, doch dies ist die beste Variante. Auch der Papa sollte sich von Anfang an um sein Baby kümmern und sich intensiv mit dem Nachwuchs anfreunden. So entsteht eine enge Bindung, die in späteren Zeiten noch von Vorteil sein wird.

Im Wochenbett: Besuch reduzieren

Nach der Geburt meldet sich oft viel Besuch an, denn alle Verwandten und Freunde möchten gern das Baby sehen. Den meisten jungen Familien tut es aber viel besser, wenn sie zu Anfang ihre gemeinsame Ruhe genießen können. Wer sich den Besuchsstress im Wochenbett ersparen möchte, der kann durchaus schon vor der Geburt allen Interessierten freundlich Bescheid geben: „Wir benötigen eine Zeit der Ruhe, um als Familie zueinander zu finden und möchte darum in den ersten beiden Wochen mit Baby nur die Großeltern bei uns haben. Bitte habt Verständnis“. Ein Neugeborenes fühlt sich ohnehin am wohlsten in der Geborgenheit der elterlichen Arme und möchte noch gar nicht herumgereicht werden. Die junge Mutter muss sich zudem von den Strapazen der Geburt erholen, sie befindet sich ja noch im Wochenbett. Zu viel Stress kann eventuell einen Milchstau bei stillenden Frauen auslösen.

Nach der Geburt: Hilfe annehmen

Auch das Bitten um Hilfe sollte für junge Eltern kein Tabu sein. Wer sich Tag und Nacht um ein Baby kümmert, der schafft oft die alltäglichen Aufgaben kaum noch. Wenn also jemand während der Schwangerschaft fragt: Was kann ich zur Geburt schenken? Dann sagen Sie doch einfach, dass Sie sich in der ersten Woche nach der Geburt jeden Tag ein Mittagessen wünschen – es kann auch ein ganz einfaches Rezept sein. Und schicken Sie die Schwiegermutter nicht gleich weg, wenn diese sich in den Kopf gesetzt hat, mal durch die Wohnung zu wischen. Lassen Sie die glückliche Oma mal ein bis zwei Stunden mit dem Kinderwagen herumfahren, während Sie sich als Paar eine ungestörte, schöne Zeit machen.

Wenn das Neugeborene krank ist

In den ersten drei Monaten genießen die Säuglinge zwar noch den so genannten „Nestschutz“, der sie dank mütterlicher Antikörper selten krank werden lässt, doch manchmal greift dieser Schutz nicht ganz. Wenn Ihr Säugling erhöhte Temperatur bekommt, die Nase zu sitzt oder ein Husten aufkommt, dann scheuen Sie sich nicht, möglichst schnell zum Arzt zu gehen, auch wenn Sie für sich selbst bei einer Erkältung keinen Doktor konsultieren. Ein Husten könnte auf eine beginnende Bronchitis hindeuten und erhöhte Temperatur mag Ursachen haben, die ein Laie gar nicht erkennt. Ein Neugeborenes sollte immer möglichst bald nach Auftreten von Krankheitssymptomen therapiert werden, damit sich Krankheiten nicht verschlimmern. Kein Kinderarzt schickt eine besorgte Mutter mit einem hustenden Neugeborenen wieder nach Hause.




Mein Kind hat Angst vor dem Haarewaschen – was tun?

 

Haben Sie auch ein Kind, das beim Haarewaschen schreit und sich wehrt? Das lässt sich ändern!

CIMG2401_300x225Ja, es ist möglich, einem Kleinkind die Angst vor dem Haarewaschen zu nehmen. Wie bei den meisten anderen Problemen auch, funktioniert dies aber nur mit viel Einfühlungsvermögen – und einer guten Methode. Der erste Schritt zum friedlichen Haarewaschen kann darin liegen, gemeinsam mit dem Kind eine Lösung zu suchen.

Kindern die Angst vor dem Haarewaschen nehmen

Versuchen Sie zunächst, herauszufinden, worin die Angst Ihres Kindes genau begründet liegt: Befürchtet es, Shampoo in die Augen zu bekommen, findet es die Körperhaltung beim Haarewaschen unangenehm oder mag es das anschließende Trockenrubbeln nicht? Wenn Ihr Kind seine Angst noch nicht in Worte fassen kann, dann beobachten Sie es genau und versuchen selbst, die Wurzel des Übels zu ergründen.

Haarewaschen mal anders!

Nutzen Sie Ihre Erkenntnisse nun, um etwas zu ändern – und wenn sie nichts herausfinden konnten, dann probieren Sie einfach mal so etwas Neues aus. Kaufen Sie Ihrem Kind vielleicht ein neues Shampoo, das es sich selbst in der Drogerie aussuchen darf. Waschen Sie die Haare Ihres Kindes mal an einem anderen Ort: Wenn Sie vorher immer die Badewanne genutzt haben, dann setzen Sie Ihr Kind nun vor das Waschbecken oder stellen es in die Dusche. Lassen Sie Ihr Kind selbst die Haare vor einem Spiegel einschäumen – und überlassen Sie ihm auch das Trockenrubbeln.

Augenschutz gegen Shampoo

Wenn Ihr Kind vor allem Angst hat, dass Shampoo in seine Augen läuft, dann setzen Sie ihm beim Haarewaschen eine Schwimmbrille auf oder verwenden Sie Vaseline für die Stirn. Im Internet gibt es auch einen speziellen Shampooschutz für ängstliche Kinder zu kaufen. Damit gewinnen Kinder neue Sicherheit beim Haarewaschen und können sich viel besser entspannen.

Dem Kind die Angst vor dem Haarewaschen nehmen

Waschen Sie sich selbst die Haare, bevor Ihr Kind „dran“ ist. Lassen Sie es zu, dass Ihr Kind das Shampoo in Ihrem Haar verteilt und vielleicht lustige Frisuren knetet. Auch eine Puppe kann als Testperson dienen: Spiele Sie gemeinsam Frisör, pflegen Sie mit dem Kind zusammen das Puppenhaar und waschen Sie anschließend dem Kind die Haare. Seien Sie dabei nicht allzu ernsthaft, sondern nehmen Sie die Sache mit Humor. Es darf ruhig mal etwas Schaum herumspritzen! Denken Sie sich ein lustiges Lied aus, das Sie gemeinsam während des Haarewaschens singen und benutzen Sie Wasserspielzeug zum Herumplantschen.

Eine Pause einlegen

Wenn nichts mehr funktioniert, dann lohnt es sich bestimmt, für eine Weile eine Pause einzulegen: Kinderhaare fetten längst nicht so schnell nach wie die Haare erwachsener Menschen und können auch mal einige Tage ungewaschen bleiben. Sagen Sie Ihrem Kind beim nächsten Baden oder Duschen, dass Sie ihm diesmal nicht die Haare waschen werden, und lassen Sie es einfach plantschen. Nutzen auch Sie die Zeit, sich zu entspannen und die Frustration loszuwerden, um später einen neuen Start zu wagen. Nach ungefähr einer Woche Pause könnte sich auch bei Ihrem Kind etwas geändert haben!




Volle Kraft voraus! – Oder: Was ist ein BS?

Etwas brummt und ruckelt durch unser Wohnzimmer, man fühlt sich fast wie auf der Landstraße.

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Motorhaube und Vorderreifen.

Brrrrummmm-brrrrrrummmm

Ein Jahr ist er alt, unser Neuer. Und schick sieht er aus, kein Zweifel. Garantie gab es freilich nicht, aber das war uns von Anfang an egal. Wer etwas Besonderes haben will, der muss Risiken eingehen, denken wir uns. Dafür sind die Motorengeräusche auf jeden Fall einmalig – und extrem abwechslungsreich. Vom langgezogenen brrrrrrrrrrrrrp über ein einfaches trtrtrtrtrt bis hin zum schrillen Quietschton ist alles drin, nur eines geht überhaupt nicht: lautlose Fortbewegung.

Stolperfalle mit Alarmton

Die Geräuschkulisse hat etwas für sich: Man weiß immer, wo sich der kleine Flitzer gerade befindet und tritt nicht so leicht drauf. Im Zweifelsfall saust er einem nämlich meistens direkt vor die Füße, vor allem dann, wenn man es eilig hat. Doch eine Stolperfalle mit Alarmton ist im Endeffekt gar keine Stolperfalle mehr, so dass die Unfallstatistik gar nicht erst erstellt werden muss.

Pure Motorenkraft

Manchmal spuckt der Motor auch (ehrlich gesagt ist es eher ein Sabbern), er stottert und kracht. Die Antriebskraft geht ihm dadurch allerdings nicht verloren, vor dem ersten Hahnenschrei setzt er sich in Bewegung und macht mit kurzer Garagenpause durch bis zum frühen Abend. Ein Datenblatt zu diesem Wunderwerk der Technik gibt der Hersteller nicht heraus, doch eines habe ich herausgefunden: Die Motorleistung liegt bei genau 1 BS. Ein BS ist gleich einem hundertstel PS. Babystärke eben.




Greifspiele für das Baby

Babyhände greifen zu

Ein lustiger Moment ist es, wenn das Baby im Alter von etwa 6 bis 8 Wochen seine Hände entdeckt! Da versucht der kleine Wicht, die Faust in den weit geöffneten Mund zu schieben und trifft zunächst immer wieder daneben. Doch bald schon wird das Neugeborene lernen, seine Hände zu gebrauchen.

Das Spieletrapez für die ersten Lebensmonate ausstatten
Das meiste Spielzeug für die ersten Lebensmonate ist Greifspielzeug, dazu gehört auch das sehr beliebte Spieletrapez in den unterschiedlichsten Ausführungen. Auf noch kleine Babys wirkt die Vielzahl der am Trapez angebotenen Spielzeuge allerdings eher verwirrend, sodass sie eventuell mit Unzufriedenheit reagieren. Hängen Sie, wenn möglich, die Spielzeuge bis auf ein oder zwei ab oder verdecken Sie einige Sachen. Das Baby kann sich so besser auf einen Gegenstand konzentrieren und ihn gezielt mit den noch ungeschickten kleinen Händchen ansteuern. Säuglinge möchten natürlich am liebsten alles in den Mund nehmen, was sie in die Hand bekommen: Der Anreiz zum Greifen wird größer, wenn mindestens ein Spielzeug am Trapez mit einem Gummiband befestigt ist und es sich so zum Mund heranziehen lässt.


Der Greifball
Ein besonders schönes Spielzeug für noch ungeschickte kleine Händchen ist der Greifball. Ein noch kleines Baby kann den aus netzartigen Stäben bestehenden Ball gut mit beiden Händen festhalten. Wenn der Greifball mit einer Rassel oder einem innen liegenden Glöckchen ausgestattet ist, dann lernt der kleine Spaßmacher bald schon, wie er richtig Radau machen kann. Außerdem bietet sich dieser spezielle Ball besonders an, um den Handwechsel zu üben, denn er ist von allen Seiten leicht zu greifen. Eine ergänzende Spielmöglichkeit für ältere Babys ist es, in die Öffnungen des Greifballs ein Tuch zu stecken, dass das Kind dann wieder herausziehen kann.

Selbst gebaute Greifspielzeuge
Werfen Sie doch einfach mal einen kritisch-kreativen Blick in Ihre Küche: Viele Utensilien dort sind nicht nur für die Nahrungsherstellung und -aufnahme geeignet. Auch Babys haben Spaß an dem (ungefährlichen Teil) der Küchenausstattung! Packen Sie einfach bunte Plastiklöffel in eine niedrige Frischhaltedose mit leicht geöffnetem Klappdeckel, Babys ab etwas einem halben Jahr können durchaus die Löffel einzeln greifen und sie aus dem Gefäß herausholen. Plastiklöffel sind immer sehr schöne Greifobjekte, man kann sie auf vielerlei Weise „verpacken“ und anbieten. Babys Interesse weckt auch eine in ein Tuch verpackte Knisterfolie – oder eine durchsichtige Tüte, fest verschlossene Tüte mit Wasser: zwei völlig unterschiedliche Greiferlebnisse, die die Hände trainieren und die Welt des neuen Erdenbewohners wieder ein Stück erweitern.





Erste Motorikspiele für das Baby

Eltern können ihr Baby von Anfang an dazu anregen, seinen kleinen Körper zu entdecken. Dieser Artikel gibt einige Tipps für liebevolle motorische Förderung.

Babys brauchen Anregungen von außen

Bewegungsanreize für Babys

Ein gesunder Säugling erweitert von selbst seine motorischen Fähigkeiten, wenn er nur genügend Bewegungsfreiheit besitzt. Äußere Anreize, wie attraktives Spielzeug, fördern die Motivation zur Bewegung. Doch gerade auch die liebevolle Zuwendung der Eltern lässt ein Kind seinen Körper erfahren – und gibt zugleich die nötige Sicherheit für die ersten mutigen Schritte in diese Welt.

Die ersten Lebenswochen

In den allerersten Wochen braucht ein Baby – neben der Stillung rein biologischer Bedürfnisse – hauptsächliche körperliche Berührungen. Fest umschlossen von elterlichen Armen, in ein Tragetuch eingehüllt oder von sanften Händen gestreichelt nimmt es immer wieder seinen Körper auf unterschiedliche Weise wahr. Streicheln Sie möglichst häufig den nackten Babykörper, auch Füße und Beine, Arme und Hände. Das Kind nimmt auf diese Weise regelmäßig alle Körperteile wahr, ohne sie bereits kontrollieren zu können.


Die Sinne erwachen

Etwa im Alter von sechs bis acht Wochen fängt Ihr Kind an, Gesichter zu fixieren, Gegenstände kurzzeitig mit den Augen zu verfolgen und seine eigenen Hände zu entdecken. Jetzt ist die Zeit gekommen, die erwachenden bewussten Aktivitäten zu unterstützen. In der ersten Zeit reagiert das Baby vor allem auf Gesichter und starkfarbige, kontrastreiche Gegenstände. Wenn das Kind ausgeschlafen und aktiv ist, dann probieren Sie einfach mal aus, wie weit es Ihrem Gesicht mit dem Blicken folgt: rechts und links zur Seite und über seinen Kopf hinweg.

Die Körpermitte finden

Die meisten Babys legen zu Anfang ihren Kopf hauptsächlich zu einer Seite, sie nehmen dadurch nur die eine Hand wahr, die sie ständig sehen. Dass sie zwei Hände haben erfahren sie erst dann, wenn sie ihre Körpermitte finden. Animieren Sie Ihr auf dem Rücken liegendes Kind dazu, das Gesicht von der Seite zur Mitte zu bewegen: Schauen Sie es an und bewegen Sie sich langsam in die vorgegebene Richtung, sodass Ihr Baby Ihnen folgt. Dann stellen Sie dem Kind seine Hände vor, indem sie sanft die Händchen vor dem Gesicht zusammenführen, sie einander greifen lassen und sie auch an den Mund des Babys legen.

Die Füße entdecken

Zeigen Sie dem kleinen Menschen auch seine Füße, die er ganz sicher noch nicht kennt: Setzen Sie sich auf einen Stuhl, stellen Sie dabei die Füße auf einen Schemel und kugeln Sie das Baby auf Ihrem Schoß zusammen, sodass der Po an Ihrem Bauch liegt. Führen Sie jedes Füßchen einzeln zum Kindermund, dann auch beide zusammen. Legen Sie die Händchen an die Füße und lassen sie das Baby mit den Fingerchen die Zehen ertasten. Das aktive Spiel mit den Füßen trainiert die Bauchmuskeln. Zuerst wird Ihr Baby selbstständig die Knie ertasten, auch diese Bewegung können Sie ihm zeigen. Die nötigen Muskeln, um ohne Hilfe die Füße in den Mund zu nehmen, trainiert sich der Säugling nach und nach an. Als besonderen Anreiz können Sie große Knöpfe an den Knie- und  Fußbereich einer Strumpfhose nähen, nach denen das Baby sicher gern greift.

Singspiel für kleine Babys

Ein schönes Spiel, um das Baby mit seinen Beinchen vertraut zu machen, ist das Strampelmannspiel: Fassen Sie das Kind bei den Füßen und ahmen Sie Strampelbewegungen mit seinen Beinen nach, gehen Sie dabei einfühlsam vor. Singen Sie dabei das Lied vom kleinen Strampelmann: „Sieh den kleinen Strampelmann, wie er strampeln, strampeln kann, dieser kleine Strampelmann, wie er strampeln, strampeln kann.“ Die gleichmäßigen Bewegungen und der bald vertraute Gesang haben auch eine beruhigende Wirkung auf Ihr Kind.

Hören Sie hier: Der kleine Strampelmann