• Sind Hamster für Kinder geeignet?

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     Bei einem Besuch im Zoofachgeschäft scharen sich die Kinder oft um die Hamsterkäfige. Und, falls sich eine kleine Schnuppernase blicken lässt, sind begeisterte Rufe zu hören. Manchmal lassen sich Eltern oder Großeltern dazu erweichen, so ein kleines, putziges Fellknäuel als Haustier zu kaufen. Hamster sind ja nicht teuer – und besonders viel Platz nehmen sie auch nicht weg. Manchmal wird das niedliche Nagetier sogar noch besonders von dem Verkäufer empfohlen.

    Ralf Zierold  / pixelio.de

    Vor dem Hamsterkauf gilt es, sich gründlich über die Lebensgewohnheiten des kleinen Nagers zu informieren. Kinder und Hamster passen nicht gut zueinanander.
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    Erst gründlich informieren, dann Goldhamster kaufen

    Ein Haustierkauf per „Schnellschuss“ ist generell niemals ratsam,auch wenn die Kinderaugen bei diesem Spontaneinkauf noch so sehr strahlen. Besser ist es, sich vorher ausführlich über die optimalen Lebensbedingungen und Verhaltensweise des gewünschten Tieres zu informieren und sich Gedanken darüber zu machen, ob der neue Hausgenosse sich auch wirklich wohl fühlen wird.

    Natürlich ist zusätzlich zu ergründen, ob die Freude über das neu angeschaffte Tier auch für die Kinder von Dauer sein kann. Hierfür ist eine gründliche Aufklärung der kleinen Möchtegern-Hamsterbesitzer über die Versorgung und Handhabung des flauschigen Nagers vonnöten. Denn eines dürfte klar sein: Ein Tier darf niemals zum Spielzeug degradiert werden!

    Hamster sind nachtaktiv

    Auch wenn im Fachgeschäft der eine oder andere Hamster seine Nase zum Häuschen herausstreckt: Diese Tiere sind grundsätzlich nachtaktiv. Vor allem am späten Nachmittag nehmen sie allerdings die Unruhe außerhalb ihres Schlafbereichs wahr und wollen sich neugierig die Sache ansehen.

    Normalerweise aber lassen die kleinen Nagetiere sich kaum vor Anbruch der Dämmerung blicken und legen sich bei Tagesanbruch wieder zur Ruhe. Das heißt: Wenn die Kinder wach sind, dann schlafen die Hamster. Und nachts? Dann toben sie im Käfig herum, geben laute Nagegeräusche von sich oder lassen das Laufrad klappernd im Kreis drehen.

    Hamster häufig tags wecken ist Tierquälerei

    Oft wird der Umgang mit dem Goldhamster so gehandhabt, dass das Tier tagsüber immer mal wieder geweckt wird, damit das Kind es ansehen oder damit spielen kann. Eine solche Behandlung ist Tierquälerei, der Hamster wird dadurch krank. Viele Tiere reagieren mit Aggressionen und, im späteren Verlauf, mit Resignation. Ein aggressiver Hamster kann sich mittels seiner starken Nagezähne heftig zur Wehr setzen und für einige Verletzungen sorgen. Ein gestresstes Tier wird mit hoher Wahrscheinlichkeit früh sterben.

    Hamster sind Einzelgänger

    Hamster möchten lieber für sich allein sein, sie finden höchstens zur Paarung zueinander. Zwei Hamster auf einem zu engen Terrain, die nicht miteinander aufgewachsen sind, werden sich früher oder später bekämpfen. Aber auch bei lange zusammen lebenden Geschwistern besteht keine Garantie, dass die Tiere sich auf Dauer vertragen.

    Und Achtung: Wenn diese wehrhaften Fellknäule aufeinander losgehen, dann endet das oft tödlich! Die kleinen Nager möchten auch nicht herumgetragen, geschmust oder bespaßt werden, sie haben viel lieber ihre Ruhe. Ein Hamster ist nur schwer zähmbar, man kann ihn nicht dressieren. So finden Kind und Hamster kaum zueinander, es sei denn, man lässt die Natur des Tieres völlig außer acht.

    Goldhamster wissen sich zu wehren

    So harmlos die possierlichen Tierchen auch aussehen, ihre Nagezähne sind echte Waffen. Ein wütender oder verängstigter Hamster kann tiefe Bisswunden verursachen. Sicherlich wird der kleine Nager einem Kampfhund keine Konkurrenz machen, doch im Umgang mit einem Hamster ist eine gewisse Vorsicht geboten. Tierärzte tragen übrigens zur Behandlung dieser Nagetiere zumeist dicke, bissfeste Lederhandschuhe.

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