• Mutterschutz: gesetzliche Schutzvorschriften für Schwangere

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    Am Arbeitsplatz sind werdende Mütter gesetzlich geschützt durch besondere Vorschriften. Das Mutterschutzgesetz ist die Basis für diese Regeln.

    d2989c86.mDer besondere Schutz des Gesetzgebers gilt nicht nur für Schwangere, sondern auch für stillende Mütter. Der Arbeitsplatz muss so eingerichtet werden, dass ein ausreichender Schutz für die Gesundheit von Mutter und Kind gegeben ist. Die jeweils zuständige Aufsichtsbehörde, beispielsweise das Gewerbeaufsichtsamt, ist diejenige Instanz, die die Einhaltung von Schutzvorschriften prüft und diesbezügliche Fragen klärt.

    Betriebsarzt hilft bei der Einrichtung des Arbeitsplatzes

    Insofern ein Betriebsarzt existiert, ist es sinnvoll, sich bezüglich der schwangerengerechten Arbeitsplatzgestaltung an diesen zu wenden. Auch ein Wechsel des Arbeitsplatzes kann sinnvoll sein, wenn die Möglichkeiten am bestehenden Platz nicht ausreichend sind, um die werdende Mutter genügend zu entlasten.

    Schwere, körperliche Anstrengungen und der Umgang mit gesundheitsgefährdenden Chemikalien sind für werdende Mütter ausgeschlossen. Wenn die jeweilige Arbeit für eine Schwangere aus gesundheitlichen Gründen unzumutbar ist, kann auch ein Beschäftigungsverbot (BV) verhängt werden.

    Schwangere dürfen sich liegend ausruhen

    In den Pausenzeiten darf die werdende Mutter sich hinlegen, um sich zu erholen. Das Unternehmen ist verpflichtet, ihr einen entsprechenden Ruheplatz zur Verfügung zu stellen. Bei besonderen gesundheitlichen Problemen sind der werdenden Mutter liegende Ausruhphasen auch während der Arbeitszeit gestattet.

    Welche Arbeiten dürfen Schwangere nicht verrichten?

    Das Mutterschutzgesetz regelt, welche Arbeiten von einer werdenden Mutter nicht ausgeführt werden dürfen. Hierzu zählt vor allem das Heben schwerer Gegenstände, dauerhaftes Stehen ab dem fünften Schwangerschaftsmonat, starkes Strecken und Beugen und ständiges Hocken oder Bücken. Auch größere Unfallgefahren und Erkrankungsrisiken müssen ausgeschlossen werden.

    Akkordarbeit und Nachtschicht für Schwangere verboten

    Werdende Mütter müssen sich nicht den Belastungen einer Akkordarbeit stellen, der Gesetzgeber stellt sie davon frei. Auch Nachtschichten sind verboten, die Arbeitszeiten sollten zwischen sechs und 20 Uhr liegen. Überstunden müssen Schwangere nicht leisten und auch an Sonn- und Feiertagen sind sie freizustellen. Allerdings sind bezüglich dieser Regelungen begrenzte Ausnahmen erlaubt, die beispielsweise für das Gaststättengewerbe und für Krankenhäuser gelten.

    Die Einzelfallprüfung

    Im Einzelfall wird geprüft, ob am Arbeitsplatz eine individuelle Gefahr für Mutter und Kind vorliegt oder nicht. Spezielle schwangerschaftsbedingte Beschwerden können zu einem vom Arzt ausgesprochenen Beschäftigungsverbot führen, ohne dass eine im Mutterschutzgesetz erwähnte Regelung betroffen ist.

    Der das Attest ausstellende Arzt sollte für den Arbeitgeber auf verständliche Weise darlegen, warum er das Beschäftigungsverbot verhängt und ob einfachere Arbeiten oder kürzere Arbeitszeiten alternativ möglich sind. Eine Krankheit, die nicht mit der Schwangerschaft in Verbindung steht, bewirkt eine normale Krankschreibung.

    Beschäftigungsverbot auch nach der Geburt möglich

    Bis zu sechs Monate nach der Entbindung kann die aufgrund der vorliegenden Mutterschaft herabgesetzte Leistungsfähigkeit zu einem vollständigen oder teilweisen Beschäftigungsverbot führen. Das ärztliche Attest sollte hierfür genau beschreiben, welche Arbeiten der Frau derzeit nicht zumutbar sind und wie lange das Verbot bestehen bleiben muss. Es bestehen weitere gesetzliche Regelungen im Mutterschutzgesetz, die sich zum Beispiel auf den Kündigungsschutz und das Mutterschaftsgeld beziehen.

    Quelle: Broschüre „Mutterschutzgesetz. Leitfaden zum Mutterschutz.“, Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin, Oktober 2007

    Das Gesetz zum Schutz der berufstätigen Mutter ist auch im Internet abrufbar.

One Responseso far.

  1. […] beim Kochen und Backen und die zahlreichen Elektrogeräte stellen ein hohes Risiko dar. Daher sollten werdende Eltern auch in der Küche entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Messer, Teller und Töpfe […]