• Mit Kindern beten

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    Die meisten Großeltern kennen es aus ihrer eigenen Kindheit gar nicht anders: Vor dem Essen und Zubettgehen wurde früher in vielen Familien gebetet. Ist es sinnvoll, diese alte Tradition wieder aufleben zu lassen, wenn die Enkelkinder bei Oma und Opa zu Gast sind?

    Mit Kindern beten

    Kindergebet: Absprache mit den Eltern
    Wenn die Eltern des Enkelkindes sensibel auf Glaubensthemen reagieren, dann ist es besonders wichtig, zuerst einmal mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Denn wenn die Eltern sich bei diesem Thema später übergangen fühlen, dann sind Streitigkeiten vorprogrammiert. Falls Sie gar nicht wissen, ob Ihr Enkelkind daheim bereits zum Beten angeleitet wird, dann fragen Sie doch ruhig mal nach – und sprechen Sie ganz offen über die Art und Weise, wie das Gebet in den Familienalltag integriert ist. Vielleicht können Sie Teile dieser vertrauten Gepflogenheiten übernehmen und Ihre ganz persönliche Note noch hinzufügen.


    Gebet soll von Herzen kommen
    Die auswendig gesprochenen Kindergebete früherer Zeiten sind schön und haben sicherlich ihren eigenen Wert. Vielleicht möchte Ihr Enkelkind eines oder mehrere dieser traditionellen Gebete, die Sie selbst vielleicht noch auswendig wissen, erlernen. Darüber hinaus ist es mit Sicherheit förderlich, das Kind zu ermutigen, sich auch in eigenen Worten an Gott zu wenden. Dadurch bekommt Gebet erst seine echte, persönliche Note und kann zu einem befreienden Herzausschütten werden. Wenn Sie es sich selbst zutrauen, dann machen Sie es Ihrem Enkelkind doch ruhig regelmäßig vor: Danken Sie beispielsweise abends gemeinsam mit dem Kind Gott ganz konkret für alle schönen Begebenheiten des Tages, an die Sie sich erinnern, und bitten Sie ihn um Schutz für die Nacht. Ermutigen Sie das Kind, selbst zu beten, indem Sie ihm davon erzählen, wie sehr Jesus Kinder liebt und dass er gern ihre Stimmen hört.

    Fürbitten für Familie und Freunde
    Vielleicht liegt dem Enkelkind eine besondere Sorge auf dem Herzen: Der beste Schulfreund ist krank, der Papa ist aus irgendeinem Grund traurig, die Nachbarin wird immer so wütend… Auch diese Probleme darf es gern zu Gott bringen, denn der kann helfen. Außerdem tut es auch einem Kind gut, sich Lasten von der Seele zu reden. Werden Sie nicht ungeduldig, wenn der kleine Beter nicht die richtigen Worte findet: Gebete müssen nicht perfekt formuliert sein, sondern die Ehrlichkeit zählt. Stellen Sie sich in Gedanken einfach ein Zwiegespräch mit einem liebenden Vater vor, der auch ein aufgeregtes, kindliches Gestammel ernst nimmt und versteht.


    Gebet bedeutet Kommunikation
    Der christliche Gott wünscht sich eine Beziehung zu seinen menschlichen Geschöpfen. Aufrechterhalten und gepflegt werden Beziehungen immer durch regelmäßige Kommunikation. Ein Kind, das schon in frühen Jahren lernt, ganz locker und selbstverständlich mit Gott zu reden, wird im späteren Leben immer wieder auf seine Gottesbeziehung zurückkommen. Wichtig ist dabei vor allem, dass das Beten niemals zu einer verkrampften Pflichtveranstaltung sein wird, sondern ein freiwilliges Gespräch mit Gott bleibt. Wie in einer ganz normalen Unterredung darf der betende Mensch durchaus eine Antwort erwarten und darauf lauschen.

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