Milchstau – was tun, damit es keine Brustentzündung wird?

 

Was kann eine stillende Mutter gegen einen Milchstau tun, damit keine Brustentzündung entsteht?

c9c6ba5e.mWas ist ein Milchstau und was kann man dagegen tun?

Dass Muttermilch mit Abstand die beste Säuglingsnahrung ist, ist inzwischen fast allseits bekannt. Sie enthält alle für das Baby wichtigen Nährstoffe und stärkt die Immunabwehr. Ein gestillter Säugling erlebt Wärme und Geborgenheit in besonderem Maße. Das Stillen lohnt sich also auf jeden Fall, auch wenn es, besonders zu Anfang, zu einigen Problemen kommen kann.

Wie kommt es zu einem Milchstau?

Wenn die Muttermilch in der Brust nicht richtig abfließen kann, dann spricht man von einem Milchstau. Die stillende Mutter bildet immer mehr und mehr Milch, die in den engen Milchgängen drängt und ein schmerzhaftes Spannungsgefühl erzeugt. Der Milchspendereflex ist dabei so stark gemindert, dass ein großer Teil der Milch die Brust nicht verlassen kann. Oft ist Stress die Ursache für einen Milchstau. Die Säuglingsmutter sollte deshalb viel für ihre Entspannung tun und Stresssituationen vermeiden.

Auch ein zu schnelles Abstillen kann Stauungen in den Milchgängen bewirken. Eingeklemmte Milchgänge (beispielsweise durch einen zu engen BH) oder ein falsches Anlegen des Babies können weitere Ursachen sein.

Symptome des Milchstaus

Die Symptome, die einen Milchstau zumeist begleiten sind: Druckempfindliche Stellen in der Brust, Rötungen und eventuell erhöhte Temperatur der Mutter. Die Brust, in der sich der Milchstau befindet, fühlt sich oft sehr warm an. In einigen Fällen treten grippeähnliche Symtome mit Schüttelfrost und Gliederschmerzen auf, dabei kann es sich bereits um eine vom Arzt zu behandelnde Brustentzündung handeln!

Beratung durch die Hebamme

Die Nachsorgehebamme kann eine falsche Anlegetechnik korrigieren und so weiteren Milchstaus vorbeugen. Sie berät auch bei der Behandlung von Milchstaus. Die Krankenkasse zahlt das Beratungsgespräch.

Milchstau, was tun? Wärme hilft!

Im Ernstfall ist es immer angeraten, einen Arzt aufzusuchen!

Die Mutter sollte sich entspannen und am besten ins Bett legen. Das Erwärmen der Brust mit einer Infrarotlampe oder einem Kirschkernkessen trägt zur Erweiterung der Milchgänge bei. Ist die Brust gut durchgewärmt, dann kann man versuchen, die Milch vorsichtig mit der Hand aus den Gängen zur Brustwarze hin auszustreichen. Lassen Sie sich die Technik am besten von einer Hebamme zeigen.

Tritt der Milchstau in der Abstillphase auf, dann ist ein langsameres Abstillen anzuraten. Ersetzen Sie ganz gemächlich einzelne Mahlzeiten mit Brei oder Säuglingsmilch.

Häufiges Stillen und Brustmassage helfen gegen Milchstau

Eine höhere Stillfrequenz (etwa alle 90 Minuten) trägt zum Abbau des Staus bei. Bieten Sie dem Kind zuerst die nicht betroffene Brust an, damit der Milchspendereflex einsetzt. Danach ist die betroffene Brust leichter zu entleeren. Richten Sie dabei den Säugling so aus, dass das Kinn auf die schmerzhafte Stelle weist. Eine leichte Brustmassage während des Stillens lockert das Gewebe und lässt die Muttermilch besser fließen. Will das Baby nicht so oft trinken, dann verwenden Sie zwischendurch eine Milchpumpe.

Kühlen nach dem Stillen

Nachdem das Baby gestillt wurde, ist eine Kühlung der Brust empfehlenswert. Nach altem Hausrezept werden hierfür oft Weißkohlblätter oder Quarkumschläge verwendet. Auch ein Kühlpack kann helfen.

Retterspitz äußerlich anwenden, als Wickel und Auflagen

Besorgen Sie sich eine Flasche Retterspitz aus der Apotheke und machen sich damit einen Wickel für die Brust. Oder streichen Sie die Flüssigkeit direkt auf die Haut auf und decken sie sie mit Klarsichtfolie ab. Die ätherischen Öle im Retterspitz sowie der Arnika-Auszug helfen bei der Abheilung eines Milchstaus und einer Brustentzündung. Frühzeitig angewendet beugen sie oft einer weiteren Ausbreitung der Krankheit vor.

Bitte beachten Sie, dass ein Online-Artikel generell fachlichen Rat – zum Beispiel durch einen Arzt – nicht ersetzen kann.