• Herbstausflug zur wehrhaften Edelkastanie

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    Eine gute Freundin lud uns ein, mit ihr gemeinsam Esskastanien zu sammeln. Die Kinder musste ich gar nicht groß fragen, sie waren sofort begeistert! Tja, dachte ich, dann wollen wir uns die Früchtchen mal ansehen.

    Ausrüstung? Braucht man die?

    Klar, zwei kleine Eimer haben wir mit eingepackt, irgendwo mussten wir die gefundenen Kastanien ja lassen. Doch die besagte Freundin wartete noch mit etwas mehr Ausstattung auf: Sie hatte Gummihandschuhe dabei. Mensch, dachte ich, solch eine Angst habe ich aber nicht vor den Kastanienstacheln! Einmal kräftig drauftreten auf die Hülle und dann die Frucht entnehmen, fertig. Handschuhe lassen wir mal zuhause.

     

    Wo steht der Kastanienbaum?

    Dann sind wir erstmal durch die Feldwege gekurvt und haben den richtigen Baum gesucht. Der stand gut versteckt zwischen diversen andersartigen Kollegen und wirkte bei näherer Betrachtung schon ziemlich wehrhaft: Die länglichen Blätter sind mit kräftigen Zacken ausgestattet, die davon künden, dass dieser Baum seine Früchte nicht kampflos hergeben möchte. Und die Kampfansage macht die Edelkastanie auch wahr, denn ihre Früchte stecken in kriegerischen Hüllen mit massenhaft feinen, fiesen Stacheln. Ähm, liebe Freundin, darf ich mir mal einen Gummihandschuh von Dir leihen?

     

    Esskastanien sammeln

    Zum Glück lagen auch einige Kastanien ohne Hüllen herum, die Kinder freuten sich über jedes einzelne Fundstück. Zweimal machte ich nähere Bekanntschaft mit der Stachelbewaffnung der Dinger, indem ich mich in eine versteckte Kastanienhülle kniete. Mein Knie gab auch noch etwa eine Stunde später Kunde davon, dass eine Edelkastanie nicht mit sich spaßen lässt – die Rosskastanie ist dagegen nur Pipifax! Die Pferde auf der angrenzenden Weide mochten auch Kastanien, das teilten sie uns, dicht gedrängt am Zaun stehend, schnaubend mit. Irgendwann wurde es Zeit, die Kinder zu stoppen, bevor sie unser köstliches Abendessen vollständig verfütterten!

    Esskastanien zubereiten

    Man kann Esskastanien auch roh essen, das habe ich von meinem großen Sohn gelernt, der diese Weisheit wiederum von einer Erzieherin hat. Aber wir haben den größten Teil unserer Beute in den Ofen geschoben, das geht so: Kastanien mit einem scharfen Messer kreuzförmig einritzen und bei 180 Grad etwa 20 bis 30 Minuten im Ofen backen. Ein herbstlich köstlicher Duft breitet sich nach einer Weile im Haus aus, doch die Abkühlphase steht dem Genuss noch im Weg. Dann: abpellen und essen! Die Esskastanien schmecken recht süß und relativ lecker, doch ein ganzes Abendessen nur aus Kastanien lockte uns nicht. Also gab es noch eine kräftige Wurstschnitte für jeden. Spaß gemacht hat es jedenfalls – und auch die alte Mama konnte wieder etwas dazulernen.

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