• Ein Forscherherz bringt uns auf Trab

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    Das Laufenlernen ist eine wirklich anstrengende Angelegenheit. Es erfordert eine monatelange Vorarbeit in Form von vielfältigen sportlichen Übungen – Rückschläge pflastern den Weg. Was treibt den Menschen vorwärts?

    CIMG964nVom Wollen und Vollbringen

    Wenn mein kleiner Babysohn einen Gegenstand richtig interessant findet, dann nimmt er etliche Anstrengungen auf sich, diesen in die Hände – und in den Mund! – zu bekommen. Die Physiotherapeutin macht sich das zu Nutze, präsentiert in der Frühförderung immer wieder neue bunte Spielzeuge und lässt den kleinen Kerl richtig dafür ackern. Das geht so weit, dass Baby-boy im Laufe der Therapiestunde immer motziger wird, doch sein Wille, die verlockenden Dinge zu erhaschen, bleibt ungebrochen. Er arbeitet tatsächlich bis zur Erschöpfung – und darf natürlich die begehrten Spielzeuge auch mal gründlich ablutschen.

    Vom Nicht-Wollen-Können

    „Wie gut, dass Babys so neugierig sind, sonst würden sie vermutlich einfach auf dem  Rücken liegen bleiben und gar nichts lernen“, stelle ich fest. Die Therapeutin erzählt mir daraufhin von geistig behinderten Menschen, die keine körperlichen Einschränkungen besitzen, aber ganz einfach nicht die Motivation finden, Laufen zu lernen. „Da muss man mit den ganz kleinen Fortschritten zufrieden sein.“ Diese Menschen sind so stark in sich selbst eingeschlossen, dass ihr Antriebsmotor für die motorische Weiterentwicklung stillgelegt ist. Sie können nicht wollen, nehmen ihre Umwelt wahrscheinlich nur sehr eingeschränkt wahr.

    Was treibt uns voran?

    Die pure Neugier treibt das Baby an. Es will wissen, wie die Dinge sich anfühlen, ob sie am Gaumen kleben, auf den zahnlosen Felgen rubbeln oder eine leckere Geschmacksrichtung besitzen. Wie klingt der Breilöffel, wenn man ihn auf den Tisch schlägt? Wie weit kann man Mamas Brille schmeißen, wenn man sie mal zu fassen bekommt? Ein gesundes Menschenkind ist unfassbar neugierig auf seine Umgebung, eine wahre Forschernatur. Was wird daraus, wenn wir Menschen älter werden? Ist unser Forscherherz nur eine vorübergehende Erscheinung? Gewöhnen wir uns mit den Jahren so sehr an die Welt, dass uns kaum noch etwas überraschen kann? Wenn wir diese Neugier in uns wiederentdecken können: Vielleicht setzen wir dann ungeahnte Kräfte frei!

3 Responsesso far.

  1. Aupair Caro sagt:

    Ein schöner Artikel. Mich würde ja wirklich mal interessieren was in einem Babykopf so vergeht. Das muss unheimlich interessant sein.

  2. Aupair Caro sagt:

    Ja, schade, dass wir sie das nicht fragen können 🙂

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