• Allwetterzoo Münster: Gruppenkuscheln und Straußenliebe

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    Im Münsteraner Zoo ist echt was los: Familienevents der besonderen Art.

    Bald ist das neue Elefantengehege fertig, dann haben die Dickhäuter auch mehr Platz.

    Bald ist das neue Elefantengehege fertig, dann haben die Dickhäuter auch mehr Platz.

    Der Zoo und die Zeit

    Ich war noch ein Kleinkind und rollte im schicken Siebziger-Jahre-Buggy durch den Zoo. Meine Mama trug Minirock und toupiertes Haar, mein Papa zeigte Mut zur langen Locke. Alte Fotos geben mir Einblick in eine längst vergangene Zeit, da sah es im Allwetterzoo noch etwas anders aus. Spaß gemacht hat der Zoo schon damals, in meinen Erinnerungen sehe ich riesige Raubkatzen und prächtige Papageien vor mir, leider aber auch viel Beton. Damals war Beton modern, zum Teil sogar so etwas wie „Kunst“. Heute will die grauen Wände niemand mehr sehen – der Allwetterzoo hat die Zeichen der Zeit erkannt und sich gewandelt.

    Allwetterzoo im Jahr 2012

    Heute rolle ich meinen kleinen Sohn im schicken 21.-Jahrhundert-Buggy durch den Zoo, habe den Minirock im Schrank gelassen und mein Mann trägt die Locken äußerst kurz. Außerdem mit von der Partie sind unser sechsjähriger Sohn und die vierjährige Tochter. Ich sehe den alten Beton mit farbenfrohen Tierbildern verziert, die Tiergehege vergrößert und in einen grünen Park mit hohen Bäumen eingebettet. Auf dem Gelände laden mehrere gepflegte Spielplätze die Kinder zum Toben ein, Attraktionen wie der riesige Holzelefant und der hohe Rutschenturm inbegriffen.

    Strauß mit zwei Köpfen?

    Den Münsteraner Straußen geht es gut. Sehr gut sogar. Frau und Herr Strauß wollen Mama und Papa werden und arbeiten intensiv daran, direkt vor einer gaffenden Menschentraube. Ein Vater erklärt seiner Tochter: „Das ist nur ein Strauß mit zwei Köpfen.“ Eine Mutter meint: „Die machen Turnübungen.“ Nee, sage ich, die machen Babys. Unsere Kinder freuen sich und warten schon auf die Eier, das wird aber heute wohl nichts mehr.

    Kattas sind nicht gern allein, offensichtlich!

    Kattas sind nicht gern allein, offensichtlich!

    Kattas mit – wie viel? – neun Köpfen???

    Zu den Kattas dürfen wir ins Gehege. Kattas sind die kleinen Äffchen mit dem schwarz-weiß gestreiften Schwanz und den orangefarbenen Augen. Eigentlich hüpfen sie gern auf Ästen herum, turnen über den Boden und betteln Besucher an. Heute ging es bei den Kattas urgemütlich zu: Gruppenkuscheln, alle auf einem Haufen! Und dabei: pennen, was sonst? Die Kopfzählung ergab ungefähr neun Tiere … oder doch zehn? Hin und wieder blinzelten sie aus dem Fellhaufen hervor. Doch die Touris waren nicht interessant genug, um die Kuschelei zu unterbrechen.

    Eine neugierige Bande - fast so neugierig wie die Zoobesucher!

    Bei den Affen geht es rund!

    Die Gorillas haben sich heute gestritten. Sie kreischten sich an und warfen sich mit ihren muskulösen Körpern aufeinander. Dann gingen sie getrennte Wege, das Gehege ist dafür inzwischen wirklich groß genug. So ein handfester Gorillastreit ist ziemlich imposant, da möchte man nicht dazwischengeraten! Die Orang Utans fanden einen Plüschdelfin im Wasser und rangelten sich darum, wer nun damit spielen durfte. Bei ihnen ging es allerdings ein wenig gesitteter zu, man schlich nur umeinander herum und versuchte, dem anderen das Teil aus den Händen zu angeln. Von unseren Kids kenne ich beide Versionen der Auseinandersetzung, oft bin ich froh, dass sie nicht 150 kg wiegen und auch keine Reißzähne besitzen.

    Rennschnecken sind sehr schwer zu fotografieren.

    Rennschnecken sind sehr schwer zu fotografieren.

    Achtung, Rennschnecken!

    Eine besondere Schneckenart treibt ihr Unwesen im Münsteraner Zoo: die gemeine Rennschnecke. Wir haben die Hinweistafel entdeckt, aber leider waren die kleinen Biester einfach zu schnell, sie bewegen sich am Rande der Wahrnehmungsgrenze. Auch meine Kamera brachte nur äußerst verwischte Aufnahmen zustande, sodass ich an dieser Stelle nur einen Blick auf das Schild anbieten kann.

    Eintrittspreise Allwetterzoo Münster

    Mit einer Träne im Knopfloch musste ich am Ende eines schönen Zootages feststellen, dass wir, sobald unser Jüngster drei Jahre alt ist, 49 Euro für einen Zoobesuch zahlen müssen (14 Euro pro Erwachsenem, 7 Euro pro Kind). Hinzu kommen drei Euro Parkgebühren und eventuell 4 Euro für einen Bollerwagen. Heute hatten wir zwei Gutscheine für den Kindereintritt dabei, sodass es deutlich günstiger wurde. Doch zum Glück gibt es Familientage im Münsteraner Zoo, mit reduzierten Eintrittspreisen. Und auf Coupons für Freikarten werde ich ab jetzt wieder verschärft achten.

    Mehr Freizeit-Tipps für das Münsterland? Hier geht es zum praktischen Familienratgeber!

2 Responsesso far.

  1. Chr. Gees sagt:

    Sehr gut, wie immer, erzählt!

  2. Yvonne Salmen sagt:

    Herzlichen Dank!

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